· 4 Minuten Lesezeit · von Erick Schleicher, Schleichers Energieberatung
Kurz gesagt
Der CO2-Preis für Heizöl und Erdgas bleibt 2027 voraussichtlich gedeckelt: Der Bundestag hat am 15. Oktober 2026 beschlossen, dass wie schon 2026 ein Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO2 gilt. Bei 20.000 kWh Gas im Jahr sind das rund 240 bis 280 Euro CO2-Kosten inklusive Mehrwertsteuer. Der Bundesrat muss noch abschließend beraten (Stand: 5. November 2026).
Was hat der Bundestag zum CO2-Preis 2027 beschlossen?
Mit einer Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) bleibt der nationale CO2-Preis 2027 wie 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO2. Der Bundestag hat das am 15. Oktober 2026 in namentlicher Abstimmung beschlossen, mit 303 Ja-Stimmen, 210 Nein-Stimmen und 52 Enthaltungen.
Ohne die Änderung hätte sich der Preis 2027 aus den schwankenden Versteigerungspreisen im europäischen Emissionshandel ergeben. Der Bundesrat muss noch abschließend beraten (Stand: 5. November 2026).
Was kostet der CO2-Preis bei einer Gasheizung?
Erdgas verursacht rund 0,18 kg CO2 je Kilowattstunde, bezogen auf den Brennwert, mit dem auch die Gasrechnung arbeitet. Bei 20.000 kWh im Jahr sind das gut 3,6 Tonnen CO2.
Bei 55 Euro je Tonne sind das rund 200 Euro, bei 65 Euro rund 236 Euro. Mit 19 Prozent Mehrwertsteuer stecken also etwa 240 bis 280 Euro CO2-Kosten in deiner Jahresrechnung. Andere Quellen setzen den Emissionsfaktor leicht anders an, an der Größenordnung ändert das nichts.
Wer zahlt die CO2-Kosten, wenn ich zur Miete wohne?
Bei Mietwohnungen teilen sich Mieter und Vermieter die CO2-Kosten nach dem Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG). Je schlechter das Gebäude, desto mehr trägt der Vermieter: Das Gesetz kennt zehn Stufen, und ab 52 kg CO2 je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr trägt der Vermieter 95 Prozent, der Mieter nur noch 5 Prozent.
Wie die Kosten bei dir aufgeteilt sind, siehst du in deiner Heizkostenabrechnung.
Gilt der Deckel für den ganzen Gaspreis?
Nein. Der Korridor gilt nur für den CO2-Anteil. Beschaffung, Netzentgelte, Steuern und Abgaben kommen dazu und machen den größten Teil des Preises aus. Deshalb lohnt sich der Blick auf deinen Tarif unabhängig vom CO2-Preis.
Was ändert sich ab 2028?
Ab 2028 soll der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (EU-ETS 2) das deutsche System ablösen. Wie sich der CO2-Preis dann entwickelt, hängt vom europäischen Markt ab.
Quellen
- Deutscher Bundestag: CO2-Preis soll 2027 stabil gehalten werden
- Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG), Anlage: Stufenmodell
Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Stand: 5. November 2026.
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